Die UKW München 92.4 seit 1994

LORA München

(Hier --> zu den offiziellen Lora-Seiten)


Obwohl es seit Anfang 1997 eigene WWW-Seiten von Lora München gibt, wird an dieser Stelle weiterhin ausschließlich meine persönliche LORA-Würdigung der Netzöffentlichkeit zugänglich bleiben.
Gerade weil ich persönlich auch an der Erstellung der offiziellen Lora-Seiten beteiligt bin, will ich an dieser Stelle nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, daß, mit Ausnahme der hier im Text verlinkten offiziellen LORA-Seiten (d.h. die Seiten, deren URL's home.link-m.de/lora/ enthalten oder über lora924.de erreichbar sind), die Texte und weiteren Verweise dieser Seite außschließlich meine private Meinung und Einschätzung darstellen.


Lora München: Meine persönliche Würdigung

LORA München ist ein derzeit 35 Stunden in der Woche auf UKW 92,4 sendendes lokales, privates, nicht kommerziell ausgerichtetes Radioprogramm mit ursprünglich überwiegend links-alternativen politischen Anspruch und startete den Sendebetrieb im Oktober 1993 auf UKW 89.0 mit werktäglich 2 Stunden und wechselte 1994 auf die 92.4. 
Im Ergebnis von (oder auch trotz) äußerem und inneren Druck und insbesondere bei LORA immer mal wieder auftretenden, zeitweise lähmenden, zeitweise produktiven Auseinandersetzungen über Inhalte und deren Verantwortlichkeiten ist ein abwechslungsreiches Programm gereift, das im Rahmen der bayerischen Mediengesetzgebung (die unabhängigen nichtkommerziellen Hörfunk im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern nicht kennt), d.h. unter Aufsicht, Förderung und Kontrolle der BLM (die BLM ist quasi in der Rolle des öffentlich-rechtlichen Veranstalters aller privaten Radioprogramme in Bayern, auch wenn ein Bundesverfassungsgerichtsurteil im Frühjahr 1998 indirekt darauf aufmerksam gemacht hat, daß es da Inkompatiblitäten zwischen bayr. Landesverfassung und Bundesrecht gibt) vielen unterschiedlichen speziellen Hörergruppen ein relativ breit gefächertes Spektrum an Themen und Musik vermittelt, die in der großen bayerischen elektronischen Medien-Öffentlichkeit zu wenig Gehör finden. Während die Frequenzkollegen von Radio Feierwerk bis Ende Juli 1998 (später bis 2001 noch im Sparformat am Sonntag abend) vor allem Veranstaltungen, Musiker und Künstler der freien Szene präsentierten, verstehen Programmverantwortliche bei LORA ihren Sender vor allem als politisches Wortprogramm zum Zuhören und politisches LOkalRAdio, deren inhaltliches Profil vor allem durch die jeweils aktiven Redakteure geprägt wird und gemäß Selbsverständnis sich vor allem dem eher linken politischen Spektrum verpflichtet fühlt, welches allerdings in München besonders zersplittert ist und sich vorwiegend selbst zerfleischt und untereinander abgrenzt. Seit 1996 war leider ein systematisches Ausbluten einiger (überwiegend jüngerer) Redakteure in Richtung des hoch subventionierten AFK-Radios zu beobachten, was einerseits eine Verschiebung der Schwerpunkte in Richtung ausführlichere redaktionelle Beiträge, andererseits eine Verschiebung der Altersstruktur der Hörer in reifere Bereiche zur Folge hatte.
Seit die Sendezeit im Herbst 2001 auf 5 Stunden täglich erweitert werden konnte, haben sich Team und Profil gefestigt und das hat sich auch mit der Änderung der Sendezeit auf Montag bis Freitag, 17-24 Uhr im Oktober 2004 fortgesetzt.

Die Frequenzkollegen

LORA teilt sich die Münchner UKW-Frequenz 92,4 MHz seit 1994 mit weiteren (wechselnden) Anbietern.

Radio Feierwerk

Montag bis Freitag zwischen 16 und 18 Uhr, Sonntags zwischen 7 und 9 sowie 21 und 24 Uhr sendete zwischen Früjahr 1994 und Herbst 2001 Radio Feierwerk, welches werktäglich ein 2-stündiges Kinder- und Jugendprogramm brachte und Sonntag abend Bands aus der lokalen Rock- und Popszene und weitere Themen rund um Musik, Radio und Jugend-Kultur präsentierte.

Auch bei den Frequenzkollegen von Radio Feierwerk schien die Existenz des AFK nicht spurlos vorbei gegangen zu sein, spricht er doch, und das rund um die Uhr, die gleiche (nun wohl größtenteils ehemalige) Zielgruppe an. So wurde das seit 1994 ausgestrahlte vielfältige aukustische werktägliche Veranstaltungstipprogramm von Radio Feierwerk mit Wirkung vom 1. August 1998 gestrichen. Das von mir geschätzte Programm-Profil gab es seitdem nur noch am Sonntag abend von 21 bis 24 Uhr in komprimierter Form unter dem bezeichnenden Titel "Mikrowelle", werktags wurde das Kinderprogramm von einer viertel Stunde auf die gesamte Sendezeit von 2 Stunden (16 bis 18 Uhr) ausgedehnt.
Vom dem Sendestart vom FAZ-Businessradio Ende August 2001 und dem damit mit Zustimmung der BLM vorgenommenen Sendezeittausch bis Herbst 2004 sendete Feierwerk nur noch sein "Weekendradio" Sonnabend und Sonntag von 8 bis 19 Uhr. Die Mikrowelle am Sonntag abend gab es seit dem nicht mehr, zu dieser Sendezeit war bis Herbst 2004 Lora zu hören.
Mit der Neuausschreibung der FAZ-Sendezeit und dessen Vergabe an Horeb sendet Radio Feierwerk seit Oktober 2004 Sonnabend von 8 bis 24 Uhr und am Sonntag von 21 bis 24 Uhr, am Sonntag außerdem von 8 bis 10 Uhr das Kinderradio Maroni.

Jazzwelle Plus (-1996/97)

Die Jazzwelle Plus sendete bis 1994 allabendlich (?) von 18 bis 22 Uhr als Fensterprogramm bei Arabella. mit dem Wechsel von Arabella auf eine neue Frequenz bekam die Jazzwelle ab Frühjar 1994 die Hauptsendezeit während Radio Feierwerk und Radio Lora München neu auf die Frequenz wechselten. D.h. bis Ende 1996 war auf 92,4 außerhalb der Sendezeiten von Lora und Feierwerk die Jazzwelle Plus zu hören. 1996 schränkte man das eigene Programm aus Kostengründen immer weiter ein bzw. ersetzte es durch Nonstopmusik und verkaufte an Markus Langemann, der im August 1997 Relax FM startete.
Die Jazzwelle sendete, wie der Name schon sagt, ein Spartenprogramm für Jazz, in der Abendsendezeit ab 21 Uhr erlaubte man sich einige musikalische Spezials (die einige Zeit danach und z.T. heute noch auf anderen Stationen hörbar waren oder sind).
In jener Zeit stieg man auch in Hamburg ins Radiogeschäft ein (aus dem Sender wurde dann aber später schrittweise Energy Hamburg)
Der seinerzeitige langjährige Betreiber der Jazzwelle plus, Hans Ruhland, hat nach dem Verkauf an Langemann noch beim Bayerischen Rundfunk regelmäszlig;ig Jazz-Sendungen gemacht und ist Ende Februar oder Anfang März 2006 verstorben.

Relax FM (1997-2001)

Nachdem der ehemalige Jazzwellenbetreiber Hans Ruhland wesentliche Anteile an seinem Sender an eine neue Gesellschaftergruppe verkauft hatte und die BLM im Dezember 1996 einem neuen Format Easy - Listening - Programm für den mittleren Angestellten zugestimmt hatte und die Jazzwelle bereits Ende Februar 1997 ihren offiziellen Abschied feierte, war der Starttermin für das neue Programm lange Zeit unklar. Von dem ursprünglich angekündigten abendlichen Jazz-Fenster vom Ende 1998 ausgeschiedenen Mitgesellschafter und ehemaligen Jazzwellenbetreiber Hans Ruhland war offensichtlich keine Rede mehr. (Hans Ruhland sendet inzwischen beim Bayerischen Rundfunk und einige andere ehemalige Jazzwelle-Plus-Mitarbeiter haben sich inzwischen bei Lora versammelt und sind dort sonnabends zwischen 22 und 24 Uhr zu hören.)

In der ehemaligen Sendezeit der Jazzwelle Plus war nun also zwischen 1.August 1997 und Sommer 2001 das kommerzielle Radioprogramm Relax-FM on Air, für das medienwirksamer Trouble um die bis dahin für Energy München (und davor für Gong) produzierte Comedy-Morgensendung von Geschäftsführer Markus Langemann ein wenig Medien-Aufmerksamkeit brachte und welches, wie schon erwähnt, Sendezeit und Frequenz von der eingestellten ehemaligen Jazzwelle Plus übernahm.
Mit einer Mischung von Soft-Soul bis Pop-Jazz und professionellen Infotainment wollte man vor allem den mittleren Angestellten erreichen. Die in einer Eigenwerbung aus den Anfangsmonaten des Senders versprochenen Nachrichten, denen ich vertrauen kann, fand ich auch zu dieser Zeit allerdings eher bei den Frequenzkollegen von Lora München, jene bei Relax FM stammten vorwiegend aus dem Boulevard-Bereich oder waren als Häppchen extrem komprimiert. Für bemerkenswert hielt ich immerhin den Anteil des Informationsumfangs aus dem Computer- und Internet-Bereich daran, allerdings verschwand auch der, so daß seit Mitte 2000 die vermutlich von der BLR zugelieferten Nachrichten der einzige nennenswerte Informationsinhalt waren.
Ich konnte allerdings trotz meiner prinzipiellen Vorbehalte gegen kommerzielles Dudel-Radio an sich und obwohl die Musikfarbe für meinen Geschmack zu eng gewählt ist, neidlos eingestehen, daß ein den vom Sender gesteckten Ansprüchen und Zielgruppen durchaus gerecht werdendes, neuartiges, inovatives Unterhaltungs-Angebot entstanden war, das sich zumindest von vielen anderen kommerziellen Angeboten wohltuend abhob.

Im Oktober 2000 plötzlich das Gerücht, daß die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit ihrem Business-Radio bei Relax-FM einsteigen will. Kurz darauf überraschte eine BLM-Medienrats-Entscheidung vom 12.10.2000, die Relax-FM-Sendezeit für ein "informationsorientiertes Programm" neu auszuschreiben (merkwürdig: Der angeblich auf 6.10.2000 datierte Ausschreibungstext war am 15.10.2000 noch nicht auf dem BLM-Server zu finden ganz im Gegensatz zur Pressemitteilung zur Medienratssitzung vom 12.10.2000, in der die Rede davon war "..wird neu ausgeschrieben" und nicht "...wurde neu ausgeschrieben" ...) und bis dahin Relax FM das bisherige Programm weiter senden zu lassen. So wurde das FAZ-Ansinnen und die diesbezüglich laufenden Verhandlungen indirekt bestätigt. Offen schien damals noch das konkrete Ergebnis zu sein, obwohl die Ausschreibung offensichtlich genau auf das FAZ-Konzept zugeschnitten war. Immerhin hätten sich bis Ende Oktober -theoretisch- auch andere Anbieter informationsorientierter Programme bewerben können (wenn sie die Ausschreibungsbedingungen denn rechtzeitig erfahren haben)... Und meine Vermutung, daß Markus Langemann beim neuen Programm die Rolle spielt, die bei seinem Programm der vormalige Jazzwellenbetreiber Hans Ruhland gespielt hat, hat sich ja inzwischen auch bestägt...

Im Sommer 2001 jedenfalls zog sich Markus Langemann von der UKW 92,4 zurück und die Sendezeit erhielt dann tatsächlich das zuvor bereits in Berlin gestartete FAZ-Businessradio mit lokalen Münchner Fenstern. Über Kabel und DAB wird seit dem unter dem Namen "Radio deluxe" weitergesendet. Radio Deluxe sendet inzwischen auch über Satellit und hat einen TV-Ableger bekommen. Zwischenzeitlich hat Markus Langemann auch Klassiradio etwas umgekrempelt...

FAZ-Businessradio (2001/2002)

Zwischen 27.08.2001 und September 2002 sendete Montag bis Freitag zwischen 0 und 19 Uhr sowie Samstag/Sontag zwischen 0 und 19 Uhr das FAZ-Businessradio ein Nonstop-Nachrichten-Programm mit regionalen Infos zur Viertel- und Dreiviertel-Stunde, Nachrichten aus Wirtschaft, Politik, Kultur u.a. Überregional Themen wurde größtenteils vom Berliner Ableger produziert und übernommen. Einige Themen (Computer, Kirche) wurden an festen Sendeplützen von lokalen Spartenanbietern (mit eigenständiger Sub-Lizenz von der BLM) zugeliefert. Nach meinem Geschmack war das eine gelungene Mischung kompakter Informationen und ausführlichen Hintergrundberichten und eine attraktive Alternative zum parteiepolitik-dominierten B5-aktuell.
Im Sommer 2002 entschloß sich die FAZ in Folge von Börsenflaute, Wirtschaftskrise und Verlusten im eigenen Haus, die Aktivitäten in elektronischen Medien und auch im Radiobereich zurückzufahren. Mit der Rückgabe der Lizenz bei der BLM reagierte diese sehr schnell und beschloß, daß ab 1.11.2002 in der bis dahin vom FAZ-Businessradio genutzten Sendezeit das AFK-Hörfunkprogramm M94-5 parallel zur Low-Power-UKW-Frequenz 94.5 verbreitet wird. Die Spartenanbieter beim FAZ-Businessradio NET-FM sowie Christliches Radio München behielten ihr Senderecht und sind werktags mit Sendefenstern auf 92.4 zu höhren. In Berlin und Frankfurt war das FAZ-Radio noch bis 30.11.2002 zu hören, bevor es auch dort eingestellt wurde.

Situation von November 2002 bis Oktober 2004)

Bei der Ausschreibung im Jahre 2000 klagte der damals unterlegene Bewerber Focus gegen die BLM-Entscheidung für FAZ. So bemühte sich die BLM nach dem FAZ-Rückzug ein Focus-Radio als Ersatz zu organisieren. Das klappte jedoch nicht, da inzwischen auch dort wegen der veränderten wirtschaftlichen Ramenbedingungen kein Interesse mehr bestand. 2003 wurde die Sendezeit neu ausgeschrieben. Bis zu Entscheidung des Medienrates und dessen Umsetzung im Herbst 2004 blieb diese Sendezeitaufteilung:
Mo.-Fr. 0-17 Uhr
S./So. 0-8 Uhr
M94.5
Mo.-Fr. 17-19 Uhr NET-FM, meist Musik, Mo. und Fr. zw. 17 und 18 Uhr Netnews - Magazin zu Computerthemen
Mo.-Fr. 9:50, 18:50 u.a. (?) Fenster von Christliches Radio München
Täglich 19-24 Uhr Lora München
Sa./So. 8-19 Uhr Radio Feierwerk mit "Weekend-Radio (vormittags Kinder-, nachmittags Jugendprogramm)

Situation seit Oktober 2004

Aussichtsreche Bewerber bei der Neuausschreibung schienen zunächst eine Gruppe von türkische Anbietern sowie ein Flughafen- und Messeradio zu sein. Nach dem SPD-Wahldebakel bei den Landtagswahlen 2003 hat sich die CSU-Dominanz im Medienrat weiter verstärkt und so überraschte im Februar ein angeblich durch Einflussnahme der Staatskanzlei entstandendes deutliches Votum des BLM-Hörfunkausschusses für den sekten-ähnlichen, erzkatholischen Sender "Radio Horeb", der bis dahin sonntags auf UKW 89.0 sowie rund um die Uhr über Satellit und (Münchner) Kabel sendete. So richtig glücklich scheint man aber auch bei der BLM nicht mit einer Entscheidung für Horeb zu sein. Zum einen, weil Horeb deutlich gemacht hat, daß man die bisher von Lora und Feierwerk genutzten Sendezeiten bevorzugt, zum anderen weil man damit Tür und Tor für andere religiöse Fanatiker öffnen würde. Und eine Kooperation mit evangelischen Christen, Juden oder gar Muslimen schien bei Horeb unvorstellbar...
Höfunkausschußmitgliedern dürfte gar nicht klar gewesen sein, wofür sie da die Hand hoben...
Lora München hatte dazu übrigens Ende Februar 2004 eine leider kaum beachtete
Presseerklärung herausgegeben....
Mit umfangreichen Auflagen für Horeb (die soweit ich das beurteilen kann auch umgesetzt wurden) wurde die Lizensierung für Horeb durchgedrückt. Man merkt deutlich den Unterschied zwischen diem lokalen Fenster und dem Satellitenprogramm.
Bei der Sendezeit-Neuvergabe wurden die Spartenanbieter beim FAZ-Radio, Christliches Radio München und NET-FM berücksichtigt, NET-FM hat nach anfänglicher Nutzung des zugewiesenen Fensters am Sonntag Abend (ca. 18:30 bis 21 Uhr) seine Sendezeit schließlich an Horeb zu nicht näher bekannten Konditionen abgetreten... Aktuell gilt nun folgende Sendezeitaufteilung:
Mo.-Fr. 0-16 Uhr
S./So. 0-8, 10-15, 16 bis 21 Uhr
Mo.-Fr. 17-19 Uhr NET-FM, meist Musik, Mo. und Fr. zw. 17 und 18 Uhr Netnews - Magazin zu Computerthemen
Mo.-Fr. 16-17 Uhr, So. 15 bis 16 Uhr Christliches Radio München
Mo.-Fr. 17-24 Uhr Lora München
Sa. 8-24 Uhr, So. 21-24 Uhr Radio Feierwerk mit "Weekend-Radio (vormittags Kinder-, nachmittags Jugendprogramm)


letzte Änderung dieser Seite: 18.03.2006
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